- Laut CSS-Gesundheitsstudie 2024 fühlen sich fast 70 Prozent der Schweizer Erwerbstätigen häufig erschöpft.
- Fehlende Wertschätzung, verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit sowie die mentale Dauerbelastung zählen zu den häufigsten Burnout-Auslösern.
- Leistungsdenken formt innere Glaubenssätze, die als innere Antreiber oft gefährlicher sind als externer Druck.
- Burnout-Prävention erfordert sowohl persönliche Selbstführung als auch strukturelle Massnahmen seitens der Arbeitgeber.
- Ein professionelles Coaching kann Erwerbstätige dabei unterstützen, nachhaltige Leistungsfähigkeit zu entwickeln – ohne sich dabei zu verlieren.
Erschöpft, müde, ausgebrannt – und das trotz eines Lebens, das von aussen funktioniert. Was viele Erwerbstätige in der Schweiz im Stillen erleben, bestätigen die Zahlen: Die CSS-Gesundheitsstudie 2024, durchgeführt vom Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag des Krankenversicherers CSS, zeichnet ein alarmierendes Bild. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, häufig erschöpft und müde zu sein. Und nur etwas mehr als zwei Drittel der Befragten haben definitiv noch nie eine Burnout-Erfahrung gemacht – zwei Jahre zuvor waren es noch 73 Prozent. Die Studie fasst es treffend zusammen: Die Schweiz ist eine erschöpfte Nation.
Was steckt hinter diesen Zahlen? Und vor allem: Was hat das mit der Gesellschaft – sowohl im Hinblick auf die Arbeitswelt als auch auf das Individuum – zu tun? Dies alles und mehr erörtert der vorliegende Beitrag.
Burnout in der Schweiz: Was die CSS-Gesundheitsstudie 2024 im Hinblick auf Erwerbstätige zeigt
Die CSS-Gesundheitsstudie befragt seit 2020 regelmässig über 2’400 Personen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu ihrem Gesundheitszustand. Die Ergebnisse der Ausgabe von 2024 sind insbesondere in Bezug auf Erschöpfung und Burnout der Schweizer Erwerbstätigen aufschlussreich.
Eine erschöpfte Gesellschaft in der Schweiz – quer durch alle Altersgruppen
Zwischen 2020 und 2022 ist der Anteil der Erwachsenen, die sich als nicht vollständig gesund einschätzen, von 22 auf 35 Prozent gestiegen. Die CSS-Gesundheitsstudie 2024 zeigt erstmals eine punktuelle Verbesserung beim Anteil der (teilweise) Kranken, der von elf Prozent (2022) auf sieben Prozent gesunken ist. Dennoch fühlen sich anhaltend 35 Prozent der Bevölkerung nicht vollständig gesund, und nur noch 15 Prozent bewerten ihren Gesundheitszustand als sehr gut – der niedrigste Wert seit Beginn der Studienreihe. Müdigkeit und Erschöpfung wurden dabei als häufigste Begleitsymptome genannt – noch vor Schmerzen, Infektionskrankheiten und Stress.
Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die psychische Stimmung bei den 36- bis 65-Jährigen zuletzt aufgehellt hat: Der Anteil derer, denen es psychisch gut geht, ist innerhalb eines Jahres von zwei Dritteln auf drei Viertel gestiegen. Dennoch bleibt diese Altersgruppe – mitten im Berufsleben, mit Führungsverantwortung, familiären Verpflichtungen und dem gesellschaftlichen Anspruch, beides souverän zu meistern – besonders anfällig für Erschöpfung und Burnout.
Leistungsdruck, fehlende Wertschätzung und verschwimmende Grenzen
Die Studie benennt auch konkrete Auslöser von Burnout: Als häufigsten Faktor nennen Betroffene fehlende Wertschätzung. Fast ebenso häufig werden verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben genannt. 74 Prozent jener, bei denen die Arbeit regelmässig in die Freizeit übergreift, empfinden dies als belastend – und besonders belastend ist dabei nicht das eigentliche Arbeiten ausserhalb der Arbeitszeiten, sondern das Nachdenken über die Arbeit in der Freizeit.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Es ist nicht nur die Arbeitslast, die erschöpft, sondern auch die mentale Dauerbelastung und das ständige Nicht-Abschalten-Können.
Hinzu kommt ein gesellschaftliches Tabu: 35 Prozent aller Befragten haben am Arbeitsplatz eine Krankheit verschwiegen, weil sie Nachteile befürchteten. Vor allem jüngere Erwerbstätige schieben häufig einen anderen Grund vor. Psychische Erschöpfung wird in einer Leistungsgesellschaft oft noch mit Schwäche gleichgesetzt – und das verhindert genau dort einen offenen Umgang mit dem Problem, wo es am dringendsten nötig wäre.
Warum Leistungsdenken erschöpft und Burnout begünstigt
Die Zahlen der CSS-Gesundheitsstudie 2024 beschreiben ein gesellschaftliches Phänomen. Doch ein Burnout entsteht nie im luftleeren Raum, sondern typischerweise aus einem Zusammenwirken von äusseren Anforderungen und inneren Mustern. Dabei wird die innere Dimension häufig unterschätzt.
Der innere Antreiber: Wenn Leisten zum Selbstwert wird
Leistungsgesellschaften erzeugen nicht nur externen Druck – sie formen auch innere Überzeugungen. Wer von klein auf lernt, dass Leistung Anerkennung bringt, entwickelt oft unbewusst den Glaubenssatz: „Ich bin wertvoll, wenn ich funktioniere und leiste.“ Dieser innere Antreiber ist eine der häufigsten Ursachen von Erschöpfung, denn er lässt sich nicht einfach abstellen, wenn der Feierabend beginnt.
Typische Muster zeigen sich in der Unfähigkeit, Nein zu sagen, im Drang, Schwäche zu verbergen und in der Tendenz, eigene Grenzen systematisch zu verschieben – nicht weil man zu wenig kann, sondern weil die externen und internen Erwartungen zu hoch sind.
Burnout-Prävention beginnt vor dem Zusammenbruch
Die Warnsignale eines Burnout entwickeln sich schleichend. Anzeichen wie chronische Müdigkeit, zunehmende Gleichgültigkeit, Reizbarkeit oder das Gefühl, nie wirklich anzukommen, werden oft erst ernst genommen, wenn sie schon lange da sind. Das liegt auch daran, dass viele Betroffene gelernt haben, diese Signale zu ignorieren oder zu rationalisieren: „Alle sind erschöpft. Das ist normal.“ Der Fehler liegt dabei jedoch darin, dass die Symptome nur deshalb als normal angesehen werden, weil sie weit verbreitet sind.
Nachhaltiger Umgang mit Erschöpfung beginnt daher nicht erst beim Zusammenbruch, sondern mit der bewussten Auseinandersetzung mit den eigenen Mustern, Grenzen und Bedürfnissen. Resilienz ist keine Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht. Sie ist eine Fähigkeit, die sich erlernen und aufbauen lässt – auch im Beruf und unter Druck.
Burnout und Erschöpfung entgegenwirken – Strukturen und innere Stärke gemeinsam denken
Die CSS-Gesundheitsstudie 2024 zeigt, dass eine Mehrheit von 68 Prozent der Befragten noch nie eine Burnout-Erfahrung gemacht hat. Gleichzeitig haben 32 Prozent angegeben, schon einmal aufgrund psychischer Probleme der Arbeit ferngeblieben zu sein. Und fast die Hälfte jener, die Hilfe gesucht haben, empfanden die Suche danach als schwierig.
Ein Teil der Lösung liegt auf einer Ebene, die jeder selbst beeinflussen kann, nämlich in der Art des Umgangs mit sich selbst. Dazu gehört unter anderem, wie Grenzen kommuniziert und Erschöpfungssignale wahrgenommen werden, aber auch, wie Selbstführung im Alltag gelebt wird. Bei all diesen Aspekten sollte es nicht um Selbstoptimierung, sondern um Selbstschutz gehen.
Arbeitgeber sind ebenso gefragt: Wertschätzung, klare Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit sowie ein offener Umgang mit psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz sind keine „Nice-to-haves“. Es sind zentrale Faktoren, um Burnout vorzubeugen – das zeigt die Studie deutlich.
Wer spürt, dass die Erschöpfung mehr ist als eine vorübergehende Phase – weil da etwas Tieferes liegt, das sich immer wieder meldet –, dem ist nicht damit geholfen, einfach weiterzumachen, sondern damit, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Professionelle Begleitung durch Coaching auf dem Weg zu nachhaltiger Gesundheit und Führungsstärke
Katharina Isele ist eine erfahrene Coach mit umfassender Expertise in den Bereichen Business, Life und Health. Aufgrund ihres beruflichen Backgrounds als ehemalige Führungskraft und Ausbildungsleiterin in führenden internationalen Pharmaunternehmen kennt sie die Wirkung von Hochleistungsumfeldern auf Körper und Psyche aus erster Hand.
Als Coach begleitet Katharina Isele Menschen, die genau dort stehen: zwischen Leistungsanspruch und Erschöpfung, zwischen Funktionieren-Müssen und dem Wunsch nach mehr Substanz und Stabilität. Ihre Schwerpunkte sind dabei eng mit den Themen verknüpft, die regelmässig auch Gegenstand der CSS-Gesundheitsstudien sind, namentlich mentale Gesundheit in Leistungskontexten, gesunde Führung und Selbstführung sowie Resilienz in Zeiten permanenter Veränderung. Weitere Coaching-Schwerpunkte sind die Vereinbarkeit von Karriere und Familie – ein Bereich, in dem die Erschöpfungslast für viele Erwerbstätige besonders hoch ist – und Female Leadership, denn die GSS-Gesundheitsstudie 2024 zeigt auch, dass gerade junge Frauen besonders stark von mentaler Belastung betroffen sind – 38 Prozent der Studienteilnehmerinnen unter 36 Jahren geben an, in einer mittelmässigen oder schlechten psychischen Verfassung zu sein.
Katharina Isele begleitet Klient:innen dabei, innere Muster zu erkennen, Grenzen neu zu setzen und eine Form von Leistungsfähigkeit zu entwickeln, die nachhaltig wirkt – ohne auf Dauer zu zehren. Im Coaching geht es nicht darum, die schnellste oder einfachste Lösung zu finden, sondern eine nachhaltige Antwort auf die Frage zu geben, wie man gut leben und arbeiten kann, ohne sich dabei zu verlieren.
Wenn Sie interessiert sind, wie das für Sie konkret aussehen könnte, oder mehr Informationen zum Thema Burnout und Erschöpfung benötigen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme zur Vereinbarung eines unverbindlichen Vorgesprächs.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wie verbreitet ist Burnout unter Erwerbstätigen in der Schweiz?
Laut CSS-Gesundheitsstudie 2024 gaben fast 70 Prozent der befragten Schweizer Erwerbstätigen an, häufig erschöpft und müde zu sein. Nur noch etwas mehr als zwei Drittel der Befragten haben noch keine Burnout-Erfahrung gemacht – zwei Jahre zuvor waren es noch 73 Prozent. Die Studie bezeichnet die Schweiz daher treffend als eine „erschöpfte Nation“.
Was sind die häufigsten Ursachen von Burnout bei Schweizer Erwerbstätigen?
In der CSS-Gesundheitsstudie 2024 haben Betroffene fehlende Wertschätzung als häufigsten Auslöser genannt. Fast ebenso oft wurden verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben erwähnt. Besonders belastend wurde dabei nicht das Arbeiten ausserhalb der Arbeitszeiten selbst, sondern das ständige gedankliche Beschäftigen mit der Arbeit in der Freizeit empfunden – das sogenannte „Nicht-Abschalten-Können“.
Welche Rolle spielen innere Überzeugungen bei der Entstehung von Burnout?
Leistungsgesellschaften sind nicht nur äusseren Druck, sondern auch durch tief in den Individuen verankerte innere Glaubenssätze geprägt. Diese inneren Antreiber führen dazu, dass Betroffene nicht Nein sagen können, Schwäche verbergen und eigene Grenzen systematisch verschieben. Diese innere Dimension wird bei der Entstehung von Burnout häufig unterschätzt.
Warum sprechen viele Erwerbstätige nicht offen über psychische Erschöpfung am Arbeitsplatz?
35 Prozent der Befragten der CSS-Gesundheitsstudie 2024 haben am Arbeitsplatz eine Krankheit verschwiegen, weil sie Nachteile befürchteten. Besonders jüngere Erwerbstätige haben häufig einen anderen Grund angegeben. In einer Leistungsgesellschaft wird psychische Erschöpfung noch immer oft mit Schwäche gleichgesetzt, was einen offenen Umgang mit dem Problem im Wege steht.
Wie kann professionelles Coaching bei Burnout und Erschöpfung helfen?
Ein professionelles Coaching kann dabei helfen, innere Muster und Glaubenssätze zu erkennen, Grenzen bewusst neu zu setzen und eine nachhaltige Form der Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Die erfahrene Business und Health Coach Katharina Isele begleitet Klient:innen in Hochleistungsumfeldern dabei, eine gute Balance zwischen leben und arbeiten zu finden sowie eine sich langfristig aufbauende Erschöpfung zu vermeiden. Das Coaching setzt dabei nicht erst beim Zusammenbruch an, sondern frühzeitig an den zugrundeliegenden Mustern.